Akinféev-Patzer leitet Russlands Aus ein

Veröffentlicht: 28. Juni 2017 in CONCACAF, FIFA Confederations Cup 2017, UEFA
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Gastgeber Russland ist nach einer 1:2-Niederlage gegen Mexiko bereits in der Vorrunde des Confederations Cup ausgeschieden. Dabei war die Sbórnaja über weite Strecken klar tonangebend, doch die verdiente Führung durch Samédov hielt lediglich fünf Minuten an. Auch nach der Pause blieb die Čerčésov-Truppe das aktivere Team, nach einem Patzer von Torhüter Akinféev gingen aber die Mittelamerikaner in Front. Ein Platzverweis gegen Žirkóv besiegelte das Aus der Osteuropäer.

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Enge Entscheidung: Žirkóv kommt im Zweikampf mit Moreno zu Fall, Elfmeter gibt es aber keinen.

Nach dem hart erkämpften 2:1 gegen Neuseeland wechselte Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio nicht weniger als neun Mal. Nur Araujo und Diego Reyes blieben in der Startelf. Zurück ins Team rückten neben Stürmer Hernández auch Kapitän Guardado und Abwehrchef Moreno.

Stanisláv Čerčésov reagierte auf die gerade in der Offensive schwache Leistung beim 0:1 gegen Portugal und tauschte zwei Mal Personal. Eróchin und Buchárov begannen für Šíškin und Kombárov.

Während Mexiko ein Unentschieden zum Weiterkommen reichte, musste Russland gewinnen, um das Halbfinale zu erreichen. So war es wenig überraschend, dass die Gastgeber die aktivere Mannschaft waren. Den ersten Torschuss verzeichnete aber Mexikos Lozano, der Abschluss war für Akinféev aber kein Problem (5.).

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Verdiente Führung für die Sbórnaja: Samédov trifft zum 1:0.

Keine Minute später forderten die Russen Elfmeter. Žirkóv war im Strafraum zu Fall gekommen, einen Kontakt mit Gegenspieler Moreno gab es. Schiedsrichter al-Mirdasi (Saudi-Arabien) entschied sich aber gegen einen Pfiff. Lange Zeit zum Ärgern blieb Russlands Flügelspieler aber nicht, noch in derselben Minute musste er gegen dos Santos retten, der von Layún in eine exzellente Abschlussposition gebracht worden war (8.).

Žirkóv war es auch, der in der zwölften Minute links in den Strafraum eindrang, aber knapp verzog. Die nächste knifflige Szene folgte prompt. Diesmal ging Smólov im Duell mit Araujo zu Boden, erneut pfiff al-Mirdasi nicht (17.). Eine halbe Minute später unterbrach der Schiedsrichter das Spiel und sah sich die Szene auf einem Videoschirm am Spielfeldrand noch einmal an, blieb aber bei seiner (vertretbaren) Entscheidung.

Das 1:0 schien aber dennoch nur eine Frage der Zeit zu sein. Ein scharfer 17-Meter-Schuss von Smólov knallte an den linken Pfosten (24.). Die Sbórnaja blieb aber dran: Golovín setzte sich links durch, seine Flanke fand im Zentrum Eróchin. Der schlug bei seinem Schussversuch zwar über den Ball, legte ihn dann aber gedankenschnell nach rechts zu Samédov. Der Flügelspieler zog sofort mit links ab und traf flach ins lange Eck (25.).

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Nichts zu halten: Araujo (#2) trifft per Kopfball-Bogenlampe zum 1:1.

Lange sollte die Freude nicht andauern. Guardado scheiterte mit einem Freistoß an Akinféev, die Mexikaner blieben aber dran. Herrera schlug dann Ball aus dem Halbfeld hoch in den rechten Teil des Strafraums. Dort entwischte der aufgerückte Araujo Gegenspieler Eróchin und traf per Kopfball-Bogenlampe über Akinféev hinweg ins lange Eck (30.).

Angetrieben von Smólov suchte der Gastgeber nach einer Antwort. Der Stürmer bediente den rechts durchgestarteten Eróchin, der auf Ochoa zulief, aus acht Metern aber hoch über das Tor schoss (33.). Mexiko kam zunehmend besser in die stellenweise hart geführte Partie und gestaltete diese ausgeglichener, sodass es mit 1:1 in die Kabinen ging.

Aus diesen kam die Sbórnaja unverändert druckvoll. Smólov zielte per Volley nach Vorarbeit von Golovín vorbei (46.). Samédov schob verwertete ein Zuspiel von Smólov, stand aber klar im Abseits (48.). Glück hatte dann Hernández, sein Ellbogen-Einsatz gegen Džikíja abseits des Balles blieb unbestraft (50.).

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Voller Einsatz: Lozano profitiert beim 2:1 vom zögerlichen Verhalten von Russlands Torwart Akinféev.

In die Druckphase hinein aber sorgte ein Aussetzer von Akinféev für einen heftigen Rückschlag. Herrera beförderte einen Befreiungsschlag vom eigenen Strafraum aus tief in die gegnerische Hälfte. Akinféev verschätze sich beim Herauslaufen und wollte den aufsetzenden Ball außerhalb seines Sechzehners wegschlagen. Lozano entwischte aber Vásin, war einen Tick eher am Ball als Russlands Nummer Eins und köpfte aus 17 Metern ins leere Tor. Akinféev hatte sogar noch Glück, denn er traf bei dem Versuch zu klären den Torschützen nach dessen Kopfball mit dem Fuß an der Brust, sah aber keine Karte (52.).

Die Russen blieben zwar dran – Eróchin verfehlte das Tor per Schlenzer knapp (59.) – in der 60. Minute schien die Entscheidung jedoch gefallen zu sein. Guardado hob den Ball in den Sechzehner, wo der eingewechselte Moreno vollstreckte. Der Jubel verstummte aber bald, denn die Video-Schiedsrichter wiesen eine knappe Abseitsposition nach.

Die Partie schien dennoch gekippt zu sein. Hernández platzierte seinen Kopfball nach Flanke von Layún genau auf Akinféev (67.). Sechzig Sekunden später traf Žirkóv im Mittelfeld Layún mit dem Unterarm im Gesicht und sah berechtigterweise Gelb-Rot (68.).

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Žirkóv muss mit Gelb-Rot vom Feld.

Reyes verpasste eine Hernández-Hereingabe um eine Fußspitze (70.), sodass es in der Schlussphase fast noch einmal spannend geworden wäre. Joker Póloz servierte eine perfekte Flanke für den ebenfalls eingewechselten Smól’nikov, doch der Außenverteidiger setzte seinen Volleyschuss aus fünf Metern über das Tor (72.).

Damit schien der Widerstand des Gastgebers endgültig gebrochen zu sein, denn Mexikos Führung geriet danach nicht mehr in Bedrängnis. Tief in der Nachspielzeit verpasste „El Tri“ den dritten Treffer: Lozano hatte nach einem Konter Diego Reyes bedient, doch Akinféev klärte per Fußabwehr (90.+4).

Unmittelbar danach war Schluss. Während für Gastgeber Russland das Turnier bereits nach der Vorrunde beendet ist, trifft Mexiko im zweiten Halbfinale am Donnerstag auf den Sieger der Gruppe B (20 Uhr deutscher Zeit).

Statistik:

Tore: 0:1 Samédov (25., Linksschuss, Eróchin), 1:1 Araujo (30., Kopfball, H. Herrera), 2:1 Lozano (52., Kopfball, H. Herrera)

Aufstellung (Mexiko): Ochoa – D. Reyes, Araujo, Moreno, Layún – J. dos Santos, H. Herrera, Guardado – Vela, J. Hernández, Lozano

Aufstellung (Russland): Akinféev – Džikíja, Vásin, Kudrjašóv – Samédov, Žirkóv – Eróchin, Glušakóv, Golovín – Smólov, Buchárov

Wechsel (Mexiko): 39. L. Reyes für D. Reyes, 46. Aquino für Herrera, 70. Alanís für Guardado

Wechsel (Russland): 64. Póloz für Buchárov, 70. Smól’nikov für Eróchin, 78. Kanúnnikov für Smólov

Bank (Mexiko): Cota (Tor), Talavera (Tor), Márquez, Damm, G. dos Santos, Fabián, Jiménez, Peralta

Bank (Russland): Gabúlov (Tor), Guilherme (Tor), Kombárov, Kutépov, Šíškin, Gazínskij, Kambólov, Mirančúk, Tarásov

Gelbe Karten: Guardado (16., Foulspiel), Alanís (90.+2, Foulspiel) – Žirkóv (9., Foulspiel), Kudrjašóv (63., Foulspiel), Vásin (71., Foulspiel), Golovín (88., Foulspiel)

Gelb-Rote Karte: Žirkóv (68., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Fahad al-Mirdasi (Saudi-Arabien) – Abdullah al-Shalawi (Saudi-Arabien), Mohammed al-Abakry (Saudi-Arabien) – Alireza Faghani (Iran), Reza Sokhandan (Iran); Ravšan Èrmatov (Usbekistan)

Anstoßzeit und Spielzeit: 24. Juni 2017/18:00 Uhr (UTC+3), Kazán‘ Aréna/Kazán‘

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