Platz 1 dank Türöffner Demirbay und Doppelpacker Werner

Veröffentlicht: 29. Juni 2017 in CAF, FIFA Confederations Cup 2017, UEFA
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Deutschland zieht nach einem 3:1-Erfolg über Kamerun als Erster der Gruppe B ins Halbfinale ein. Dabei tat sich die DFB-Elf in der zähen ersten Halbzeit noch sehr schwer, ehe Demirbay kurz nach Wiederanpfiff die Türe öffnete. Als Mabouka in der 64. Minute mit Rot vom Feld musste und Werner unmittelbar darauf das 2:0 nachlegte, war die Partie entschieden. Aboubakar brachte die „Unzähmbaren Löwen“ zwar noch einmal heran, doch Werner räumte mit dem 3:1 alle Zweifel aus.

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Hier scheiterte Timo Werner an Torwart Ondoa, zwei Tore durfte der Leipziger aber bejubeln.

Im Vergleich zum 1:1 gegen Chile brachte Bundestrainer Joachim Löw vier neue Spieler. Rüdiger, Plattenhardt, Demirbay und Werner rückten für Mustafi, Hector, Goretzka und Stindl in die Mannschaft.

Kameruns Coach Hugo Broos hatte eigentlich einen Wechsel in seiner Startelf geplant, doch da sich Mandjeck beim Aufwärmen verletzte, rückte Djoum zurück in die Anfangsformation, die somit identisch mit der war, die beim 1:1 gegen Australien auflief.

Für Kamerun hielt nur ein Sieg die Chancen auf das Halbfinale aufrecht und der Afrikameister erwischte auch den deutlich besseren Start gegen eine zunächst passive DFB-Elf. Zwar fand das Spiel weitestgehend in der deutschen Hälfte statt, die Durchschlagskraft fehlte den „Unzähmbaren Löwen“ aber, sodass es für ter Stegen nicht wirklich geprüft wurde.

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Die beste Chance vor dem Halbzeitpfiff: Zambo Anguissa prüft DFB-Keeper ter Stegen.

Nach gut zwanzig Minuten hatte sich der Weltmeister dann scheinbar gefangen und unternahm selbst konkretere Offensivbemühungen. Can schlenzte den Ball rechts vorbei (21.), dann flankte Plattenhardt mit Schnitt von links, Kimmich verfehlte per Flugkopfball das Tor nur knapp. Hinter dem Münchner wäre zudem Demirbay bereitgestanden (24.).

Weitere Torszenen gab es für lange Zeit nicht mehr zu Bestaunen. Zwar war die Partie ausgeglichen, Torgefahr strahlte jedoch keines der beiden Teams aus. In der 45. Minute bot sich Kamerun dennoch die große Chance zur Führung. Mabouka flankte an den zweiten Pfosten, wo Zambo Anguissa abschloss. ter Stegen reagierte stark und lenkte den Ball über die Latte (45.).

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Tordebüt: Kerem Demirbay gelang kurz nach Wiederanpfiff das wichtige 1:0.

Nach Wiederanpfiff dauerte es keine drei Minuten, dann war der Favorit in Front. Demirbay, der einen ersten Versuch zu hoch angesetzt hatte (46.), kam nach starkem Zusammenspiel mit Draxler aus 18 Metern zum Schuss und traf sehenswert ins rechte obere Eck. Ebenso sehenswert wie das erste Länderspieltor des Hoffenheimers war die Vorarbeit von Draxler, der mit der Hacke Siani tunnelte (48.).

Der Treffer beflügelte die Löw-Schützlinge, die nun gewohnt stark kombinierten und prompt gute Chancen zum Nachlegen hatten. Draxler setze Werner ein, der aber verzog (53.). Keine sechzig Minuten später steckte Can durch für den Leipziger, Ondoa eilte aus seinem Kasten und funkte dazwischen. Das Spielgerät sprang nach rechts zu Kimmich, doch Ondoa war erneut zur Stelle und verhinderte das 2:0 (54.).

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Raus bist du: Schiedsrichter Roldán schickt Mabouka mit Rot vom Platz. Bis die Entscheidung zustande kam, herrschte aber große Verwirrung.

Der Afrikameister hielt dagegen, kam durch Aboubakar (60.) und Joker Ngameleu (61.) zu zwei Abschlüssen, musste dann aber einen herben Rückschlag hinnehmen. Mabouka nahm im Mittelfeld das Bein zu hoch und traf Can mit den Stollen am Knie. Schiedsrichter Roldán zückte zunächst Gelb gegen den unbeteiligten Siani (61.). Während der Liverpooler behandelt wurde, erhielt Roldán einen Hinweis von den Video-Schiedsrichtern, sah sich die Szene am Spielfeldrand noch einmal an – und zückte Rot für Siani (63.)! Nach erheblichen Protesten der Kameruner schritt Roldán erneut zum Videoschirm und korrigierte nun seinen Fehler – Rot für Mabouka (64.). Eine letzten Endes harte, aber immerhin vertretbare Entscheidung, auch wenn die Entscheidungsfindung keineswegs überzeugend war.

Nach gut fünf Minuten Pause ging das Spiel weiter – und wie! Süle fand mit einem lange Eck Ball auf der rechten Außenbahn Kimmich, der sofort in die Mitte flankte. Dort war Werner Innenverteidiger Teikeu entwischt und verwerte den kurz vor ihm aufsetzenden Ball stark per Kopf (66.).

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Schlusspunkt: Timo Werner markiert das 3:1.

Mit der komfortablen Führung und in Überzahl schonte die DFB-Elf nun ihre Kräfte, agierte in der 78. Minute dann aber zu nachlässig. Bassogog nahm rechts Joker Ngamaleu mit, bei dessen Flanke auf den ersten Pfosten verlor Süle Aboubakar aus den Augen, der noch leicht mit dem Kopf an das Spielgerät kam. ter Stegen rutschte selbiges über die Finger und zum Anschlusstreffer ins Netz.

Eng wurde es aber nicht mehr, vielmehr gehörte die Schlussphase den Jokern Henrichs, Brandt und Younes, die jede Menge Schwung mitbrachten. Werner (79.) und Brandt (81.) kamen noch nicht an Ondoa vorbei. Eine Koproduktion der Leverkusener Brandt und Henrichs brachte schließlich den Außenverteidiger rechts in Position, den Rückpass von Henrichs verwertete Werner aus elf Metern abgeklärt (81.).

Das 3:1 war aber nicht der Schlusspunkt. Werner verpasste, einmal mehr stark bedient von Can, den Dreierpack im Duell gegen Ondoa (85.), auch Younes verbuchte noch zwei exzellente Chancen, um das Ergebnis in die Höhe zu schrauben (89., 90.). Für den Gruppensieg reichte aber auch der 3:1-Erfolg, da Chile im Parallelspiel gegen Australien nicht über ein 1:1 hinaus kam.

Deutschland trifft damit im zweiten Halbfinale am Donnerstag um 20 Uhr deutscher Zeit auf Mexiko.

Statistik:

Tore: 1:0 Demirbay (48., Rechtsschuss, Draxler), 2:0 Werner (66., Kopfball, Kimmich), 2:1 Aboubakar (78., Kopfball, Ngamaleu), 3:1 Werner (81., Rechtsschuss, Henrichs)

Aufstellung (Deutschland): ter Stegen – Ginter, Süle, Rüdiger – Kimmich, Plattenhardt – Rudy, Can – Demirbay, Draxler – Werner

Aufstellung (Kamerun): Ondoa – Mabouka, Ngadeu Ngadjui, Teiku, Fai – Zambo Anguissa – Siani, Djoum – Bassogog, Aboubakar, Moukando

Wechsel (Deutschland): 74. Henrichs für Rudy, 77. Brandt für Demirbay, 80. Younes für Draxler

Wechsel (Kamerun): 58. Ngamaleu für Djoum, 70. Guihoata für Moukandjo, 82. Toko Ekambi für Bassogog

Bank (Deutschland): Leno (Tor), Trapp (Tor), Hector, Mustafi, Goretzka, Stindl, Wagner

Bank (Kamerun): Bokwé (Tor), Onana (Tor), Ngwem, Owona, Boumal, Ndip Tambe, Zoua

Gelbe Karte: Plattenhardt (90.+2, Foulspiel) –

Rote Karte: Mabouka (64., grobes Foulspiel, Can)

Schiedsrichter: Wilmar Roldán (Kolumbien) – Alexander Guzmán (Kolumbien), Cristian de la Cruz (Kolumbien) – Néstor Pitana (Argentinien) – Artur Soares Dias (Portugal), Hernán Maidana (Argentinien); Enrique Cáceres (Paraguay)

Anstoßzeit und Spielort: 25. Juni 2017/18:00 Uhr (UTC+3), Fišt Stadión/Sóči

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