Adrien Silva kann es vom Punkt – Portugal ist Dritter!

Veröffentlicht: 3. Juli 2017 in CONCACAF, FIFA Confederations Cup 2017, UEFA
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Portugal hat sich durch einen 2:1 Erfolg nach Verlängerung gegen Mexiko Platz 3 beim Confederations Cup gesichert. Die Seleção war dabei vor allem in der ersten Halbzeit tonangebend, nutzte aber ihre Chancen – darunter auch einen Foulelfmeter von André Silva – nicht. Ein Eigentor von Luís Neto schien dann die Mittelamerikaner zum Sieger zu krönen, ehe Pepe in der Nachspielzeit ausglich. Die Verlängerung war nicht nur wegen zweier Platzverweise eine hitzige Angelegenheit. Held des Tages wurde Adrien Silva, der seinen Kollegen eine Lehrstunde im Elfmeterschießen erteilte.

Portugal und Gelson Martins scheiterten mehr als einmal am starken Guillermo Ochoa.

Wie zu erwarten war, rotierte Portugals Trainer Fernando Santos nach der 0:3-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Chile im Halbfinale und brachte acht neue Spieler. Nur Torwart Rui Patrício, Linksverteidiger Eliseu und Stürmer André Silva blieben in der Startelf.

Mexikos Coach Juan Carlos Osorio nahm fünf Änderungen im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen Deutschland vor. Luis Reyes, Márquez, Guardado, Vela und Peralta begannen für Alanís, Giovani und Jonathan dos Santos, Jiménez und Aquino.

Beide Teams machten von Beginn an klar, dass das „kleine Finale“ keineswegs eine unwillkommene Angelegenheit war. Insbesondere die Portugiesen zeigten sich konzentriert und nahmen rasch das Heft des Handelns in die Hand. Nani schoss nach einer Hereingabe von Gelson Martins vorbei (6.).

Portugals Elfmeter-Probleme gehen (vorerst) weiter: André Silva scheitert am stark reagierenden Guillermo Ochoa.

Ein erste knifflige Szene hatte die Anfangsphase auch zu bieten: João Moutinho bediente André Silva mit einem hohen Zuspiel in die Spitze, Márquez grätschte dazwischen, woraufhin der Stürmer zu Fall kam (14.). Schiedsrichter al-Mirdasi (Saudi-Arabien) zog die Video-Schiedsrichter zu Rate. Nach einer persönlichen Einsicht am Spielfeldrand folgte schließlich die Entscheidung: Elfmeter und Gelb für Márquez (16.).

Der gefoulte André Silva trat selbst an, doch Portugals Pechsträhne aus dem Halbfinale blieb bestehen. Dabei war der Schuss auf das linke Eck durchaus platziert, Ochoa parierte aber stark und verhinderte den Rückstand (17.). Noch in derselben Minute kam Nani nach einer Pizzi-Flanke frei zum Kopfball, zielte aber drüber (17.). Auch der Vorlagengeber verbuchte eine gute Gelegenheit, verzog aber knapp, nachdem die mexikanische Defensive einmal mehr unaufmerksam agierte (23.).

Nach 25 Minuten tauten dann auch die bis dato eher passiven Mexikaner auf und suchten ihrerseits den Weg nach vorne. Ein Freistoß von Layún sorgte erstmals für Chaos im Strafraum, Rui Patrício sicherte das Spielgerät aber (27.). Auch vier Minuten später war der Schlussmann zur Stelle: Vela hatte rechts im Sechzehner Hernández bedient, der sich den Ball an Luís Neto vorbeilegte und das lange Ecke anvisierte. Rui Patrício glänze aber durch eine exzellente Parade (31.).

Nicht minder stark als sein Kollege: Rui Patrício.

Die Seleção blieb insgesamt obenauf und hatte vor dem Pausenpfiff noch einige Gelegenheiten zur Führung. Erneut Gelson Martins sorgte mit einer Flanke für Gefahr, Layún blockte aber Pizzi (33.). Außenverteidiger Nélson Semedo scheiterte nach einem Zusammenspiel mit João Moutinho aus der zweiten Reihe an Ochoa (38.). Am nähesten kam der Führung für Portugal aber Mexikos Stürmer Oribe Peralta, der eine Außenrist-Flanke von Gelson Martins ans eigene Außennetz köpfte (43.).

„El Tri“ startete deutlich aktiver in den zweiten Durchgang, dennoch verbuchte Portugal den ersten Hochkaräter. André Silva lupfte den Ball herrlich zu Gelson Martins, der aus halbrechter Position aber vorbei schoss (53.). Eine Minute später lag der Ball auf der anderen Seite im Netz. Hernández hatte sich auf der linken Bahn gegen Nélson Semedo durchgesetzt, seine Hereingabe von der Grundlinie verpassten Vela und Keeper Rui Patrício am ersten Pfosten. Dem hinter den beiden positionierten Luís Neto blieb so keine Reaktionszeit, vom Schienbein des Innenverteidigers prallte der Ball ins Tor (54.).

Von diesem unglücklichen Moment kurz aus der Bahn gebracht, konnten sich die Portugiesen bei Rui Patrício bedanken, der einen zweiten Treffer verhinderte. Vela hatte Herrera mit einem idealen Zuspiel in die Spitze bedient, dem Mittelfeldmann aber versprang der Ball etwas, sodass Rui Patrício mit vollem Risiko klären konnte (56.).

Hoppla: Luís Neto lenkt eine Hereingabe von Javier Hernández ins eigene Tor.

Lange hielt diese Phase aber nicht an, vielmehr drängten die Südeuropäer auf den Ausgleich. Gelson Martins servierte einmal mehr maßgerecht für Pizzi, doch dieser verfehlte sein Ziel aus zwölf Metern erneut (59.). João Moutinho legte mit viel Übersicht eine Flanke von André Silva per Kopf quer für Gelson Martins, doch Ochoa entschärfte dessen Kopfball einmal mehr fantastisch (61.). Die folgende Ecke – natürlich von Gelson Martins – fand den Kopf von Nani, doch auch der Kapitän konnte das Spielgerät nicht im mexikanischen Tor unterbringen (62.).

Nachdem Vela per Volleyschuss ebenfalls sein Ziel verfehlt hatte (65.), beruhigte sich das Geschehen auf dem Rasen. Die Mexikaner standen tief, machten die Räume eng und konnten so die portugiesische Spielfreude erheblich dämpfen. Fernando Santos brachte mit Ricardo Quaresma, Adrien Silva und André Gomes drei frische Spieler, dem Torerfolg nahe kamen aber die Mexikaner. Vela steckte für Hernández durch, der Leverkusener aber aus spitzem Winkel nicht an Rui Patríco dabei, der seinem Kollegen Ochoa in Nichts nachstand (83.).

Artistisch: Innenverteidiger Pepe gleicht in der Nachspielzeit aus.

In der Nachspielzeit ereignete sich dann eine Parallele zum Gruppenspiel. Damals hatte Innenverteidiger Moreno spät zum 2:2 für Mexiko getroffen. Dieses Mal flankte Quaresma mit Schnitt von rechts, der aufgerückte Pepe schob sich vor Layún und drückte den Ball im Sprung mit dem rechten Bein ins Tor (90.+1). Der Ausgleich war ein Treffer des Willens für Portugal und angesichts des Übergewichts an Chancen und an Spielanteilen absolut verdient.

Den besseren Start in die Verlängerung legten die Mexikaner hin. Pepe klärte eine Hereingabe von Lozano zu kurz, Jiménez‘ folgender Abschluss wurde zur Ecke abgefälscht. Diese brachte Layún zu Moreno, der per Kopf an den zweiten Pfosten zu Lozano verlängerte. Der Joker konnte aber aus kurzer Entfernung Rui Patrício nicht bezwingen (93.). Der Europameister antwortete durch einen Freistoß von Eliseu, den der Linksverteidiger aber ein Stück zu hoch ansetzte (99.).

Einer kann es doch: Adrien Silva verwandelt vom Punkt.

In Führung gehen sollte die Seleção aber dennoch: Eine Quaresma-Flanke kam bis an den zweiten Pfosten durch, wo Gelson Martins versuchte, das Spielgerät an Layún vorbei zu heben, dabei aber dessen hochgestreckten Arm traf – ein klarer Handelfmeter (103.). Adrien Silva übernahm die Verantwortung und vollstreckte wuchtig ins rechte Eck (104.). Quaresma hätte in der Nachspielzeit gar erhöhen können als ihn William bei einem Konter mitnahm, zielte aber genau auf Ochoa (105.+2).

Die zweite Hälfte der Verlängerung wurde farbig. Nélson Semedo musste mit Gelb-Rot vom Feld, nachdem er Lozano mit dem Knie am Kopf getroffen hatte (106.). Moreno fälschte einen Schuss von Quaresma ans Außennetz ab (111.), dann herrschte wieder numerischer Gleichstand auf dem Rasen. Auch Jiménez hatte das Bein viel zu hoch genommen, Eliseu an der Schulter erwischt und folglich ebenfalls Gelb-Rot gesehen (112.).

Platzverweis Nummer Eins: Nélson Semedo sieht Gelb-Rot von Schiedsrichter Fahad al-Mirdasi.

„El Tri“ drückte in den letzten Minuten natürlich auf den Ausgleich, kam aber kaum vor das portugiesische Tor. In der 118. Minute kochten die Emotionen hoch. Herrera scheiterte mit einem Distanzschuss am einmal mehr exzellenten Rui Patrício. Im Anschluss flankte Lozano an den Fünfer, wo Moreno vorbei köpfte, dabei aber einen Stoß von Pepe abbekommen hatte. Die mexikanische Bank forderte lautstark Elfmeter, Trainer Osorio wurde gegenüber den Schiedsrichter-Assistenten al-Shalawi ausfällig und musste für die Schlusssekunden auf die Tribüne.

Am Spielstand änderte sich aber nichts mehr, sodass sich Portugal am Ende verdientermaßen über Platz Drei freuen durfte.

Statistik:

Tore: 0:1 Luís Neto (54., Eigentor, Linksschuss, J. Hernández), 1:1 Pepe (90.+1, Rechtsschuss, Ricardo Quaresma), 2:1 Adrien Silva (104., Handelfmeter, Rechtsschuss, Handspiel: Layún)

Aufstellung (Portugal): Rui Patrício – Nélson Semedo, Pepe, Luís Neto, Eliseu – Danilo, João Moutinho – Gelson Martins, Pizzi – André Silva, Nani

Aufstellung (Mexiko): Ochoa – Layún, Araujo, Moreno, L. Reyes – H. Herrera, Márquez, Guardado – Vela, Peralta, J. Hernández

Wechsel (Portugal): 70. Ricardo Quaresma für Nani, 82. Adrien Silva für João Moutinho, 82. André Gomes für Danilo, 91. William für Pizzi

Wechsel (Mexiko): 61. Lozano für Peralta, 80. J. dos Santos für Guardado, 85. Jiménez für J. Hernández, 106. Fabián für Márquez

Bank (Portugal): José Sá (Tor), Bruno Alves, Cédric, José Fonte

Bank (Mexiko): Cota (Tor), Talavera (Tor), Alanís, Aquino, Damm, G. dos Santos

Gelbe Karten: Nélson Semedo (26., Foulspiel) – Márquez (16., Foulspiel), Jiménez (94., Foulspiel), Moreno (98., Foulspiel)

Gelb-Rote Karten: Nélson Semedo (106., wiederholtes Foulspiel) – Jiménez (112., wiederholtes Foulspiel)

Besonderes Vorkommnis: Ochoa hält Foulelfmeter von André Silva (17., Márquez an André Silva)

Schiedsrichter: Fahad al-Mirdasi (Saudi-Arabien) – Abdullah al-Shalawi (Saudi-Arabien), Mohammed al-Abakry (Saudi-Arabien) – Bakary Gassama (Gambia) – Sandro Ricci (Brasilien), Jean-Claude Birumushahu (Burundi); Enrique Cáceres (Paraguay)

Anstoßzeit und Spielort: 2. Juli 2017/15:00 Uhr (UTC+3), Stadión Sparták/Moskvá

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